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Der Bereich der Verbandsgemeinde Cochem wird mit geprägt durch den hohen Waldanteil, der bei über 50% der Gesamtfläche der Verbandsgemeinde liegt. Der Wald ist größtenteils im Eigentum der Ortsgemeinden bzw. der Stadt Cochem. Die forstliche Betriebsfläche des Gemeindewaldes beträgt 7.300 ha. Der Wirtschaftswald umfasst dabei 3.900 ha. Bei dem sonstigen Wald handelt es sich überwiegend um ehemalige Niederwälder in den Hanglagen der Mosel und ihrer Nebenflüsse. Der Gemeindewald wird von vier kommunalen Forstbeamten und der im Eigentum der Stadt Cochem befindliche Wald von einem staatlichen Forstbeamten unter fachlicher Betreuung des Forstamtes Cochem bewirtschaftet. Daneben wird der Privatwald in einer Größe von insgesamt 1.710 fallweise betreut. 420 ha Wald in der Verbandsgemeinde sind im Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz.

Wertholzerzeugung mit breitem Baumartenspektrum

Aufgrund der unterschiedlichen naturräumlichen Voraussetzungen ist das Spektrum der vorkommenden Baumarten sehr breit gefächert. Prägend in den tieferen, wärmeren und im Regenschatten von Eifel und Hunsrück trockeneren Lagen sind die Traubeneiche und die Hainbuche. In den Höhenlagen werden sie durch die Buche abgelöst. In feuchten Hanglagen findet man kleinstandörtlich Bergahorn und Esche. Die Wildkirsche kommt verstreut in vielen Waldbeständen, besonders im Niederwald, vor. Seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wird sie auch auf ehemals landwirtschaftlichen Flächen sowie auf den Sturmwurfflächen angebaut. Eine Besonderheit stellen die Roteichenbestände dar. Die ältesten stammen aus Versuchsanbauten von 1900 bis zum 1. Weltkrieg. Auf Grund der positiven Erfahrungen mit dieser Baumart wurden seit 1978 weitere 90 ha Roteiche angebaut.

Seit einigen Jahrzehnten ist die Wertholzerzeugung Ziel der Forstwirtschaft. Dies erfolgt ökonomisch und ökologisch sinnvoll im Rahmen einer naturnahen Waldbewirtschaftung. So setzt man auf die natürliche Verjüngung der Bestände unter dem Schirm der Altbestände und die gezielte Förderung und spätere Nutzung von Einzelstämmen statt flächigem Kahlschlag. Der Gemeindewald ist komplett nach der Paneuropäischen Forstzertifizierung, einzelne Gemeinden zusätzlich nach FSC (Forest Stewardship Council) anerkannt. Dies bedeutet, dass die Wälder nachhaltig, umweltschonend und pfleglich bewirtschaftet werden.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich damit einhergehend ein deutlicher Wandel in der Waldbewirtschaftung vollzogen. Dieser ist geprägt durch der Abkehr von der einseitigen Bevorzugung der Nadelhölzer, vor allem der Fichte mit dem Ziel der Massenproduktion hin zur Wertholzwirtschaft in stabilen, naturnahen Mischwäldern.

Holzzuwachs und Nutzung

In den Gemeindewäldern bzw. im Stadtwald wächst jährlich eine Holzmenge von ca. 40.000 cbm heran. Die Spanne reicht dabei von 1 cbm je ha und Jahr im trockenen Niederwald bis zu 20 cbm je ha und Jahr in hochleistungsfähigen Douglasienbeständen. Vom Zuwachs werden zur Zeit mit ca. 20.000 cbm jährlich lediglich ca. 50% genutzt. Es handelt sich überwiegend um junge und mittelalte Waldbestände, die sich noch in der Aufbauphase befinden. Der Holzeinschlag wird in den kommenden Jahrzehnten tendenziell steigen.

Wertvolles Stammholz aus den Gemeindewäldern wird zur Zeit vielfach ins europäische Ausland sowie nach China und Japan verkauft. Parallel dazu erlebt die Verwendung von Holz als Energieträger zur Zeit eine Renaissance. Ein Drittel des genutzten Holzes dient als Stückholz oder Holzhackschnitzel der Energiegewinnung. Damit liefert die Forstwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung.

Forstgeschichtliches

Im Ferienland Cochem wurde mit dem Umbau der ehemaligen Eichenschälwälder später als anderenorts begonnen. Baumart der Wahl war – in der Hoffnung auf frühe Erträge durch die Gewinnung von Rebpfählen – mit wenigen Ausnahmen die Fichte. Es überwiegen daher jüngere, allenfalls mittelalte Bestände. Die eher an kühleres Gebirgsklima angepasste Fichte ist im trocken-warmen Weinbauklima nicht betriebssicher. Etliche Stürme, vor allem der Orkan "Wiebke" in der Nacht vom 28.2. zum 1.3.1990 und als Folge von Trockenjahren jahrelange Massenvermehrungen der Borkenkäfer führten in nur eineinhalb Jahrzehnten zum Verlust von 50% aller Fichtenbestände. Der Sturm "Kyrill" vom 18.1.2007 verstärkte diese Entwicklung. Die Wiederbestockung von rd. 1.000 ha Schadensfläche erfolgte mit laubbaumreichen Mischkulturen, wobei standortbedingt die Eichen die größte Rolle spielten. Soweit Nadelhölzer angebaut wurden, erfolgte dies fast ausschließlich mit der robusten und trockenresistenten Douglasie.

Waldnaturschutz

Die Wälder der Region stellen ein wichtiges Refugium geschützter Tier- und Pflanzenarten dar. Große Teile des Waldes in der Verbandsgemeinde Cochem liegen im Landschaftsschutzgebiet. Darüber hinaus sind weite Teile für die EU-weite Ausweisung als Vogelschutzgebiet und als Gebiet zum Schutz von Fauna, Flora und Habitat angemeldet. Bedeutsam sind die Vorkommen des Haselhuhns und der Wildkatze als Leitarten. Als biotopverbessernde Maßnahmen wird seit wenigen Jahren wieder die Niederwald- und Mittelwaldwirtschaft durchgeführt. Dabei wird der Wald in Teilen auf den Stock gesetzt. Dadurch entwickelt sich eine reiche Struktur mit Waldinnenrändern, was dem Lebensraum vieler seltener Arten entgegen kommt. Seltene Baum- und Straucharten, wie z.B Elsbeere, Speierling, Spitzahorn, Felsenbirne oder französischer Ahorn werden erhalten und gefördert.

In der vom Weinbau geprägten Landschaft kommt dem Wald eine weitere Schutzfunktion zu. Durch den Bewuchs oberhalb der Weinberge hemmt der Wald den Abfluss kühler Luftströme von den Eifel- und Hunsrückhöhen und nimmt damit positiv Einfluss auf das Kleinklima im Moseltal.

Erholung

Der Wald dient auch als Erholungsraum für die örtliche Bevölkerung und die Touristen. Im Wald besteht ein ausgewiesenes Netz an Wanderwegen, welches durch Wanderrouten zu bestimmten Themen ergänzt wird. An markanten Stellen im Wald sind Rettungspunkte gekennzeichnet, die es den Rettungsdiensten erleichtern sollen, u.a. in Not geratene Wanderer rascher aufzufinden.      

Wald als Eigentum der Stadt bzw. der Ortsgemeinden

Im Wald legen die Eigentümer die Ziele der Waldbewirtschaftung innerhalb der rechtlichen Rahmenbedingungen selbst fest. Dabei gilt es, die unterschiedlichen Ansprüche, z.B. seitens der Holznutzung, der Jagd, des Naturschutzes und der Erholung aufeinander abzustimmen. Die forstlichen Maßnahmen im Wald werden jährlich durch Ratsbeschluss der jeweiligen Gemeinde auf der Grundlage des fachlichen Vorschlags des Forstamtes und der Forstreviere festgelegt. Die forstfachliche Leitung für die Durchführung der Maßnahmen liegt beim Forstamt. Dies beinhaltet auch die Verwertung des Holzes und den Einsatz von Unternehmern. Die Zusammenarbeit zwischen Verbandsgemeinde, Gemeinden, Forstamt und Forstrevier erfordert einen ständigen Informationsaustausch in Form von Gesprächen, Beratungen oder auch Waldbegängen.