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Topografische Lage

Ellenz-Poltersdorf liegt etwa 10 km moselaufwärts von Cochem im Herzen des Moselkrampens. Die beiden Ortsteile der alten Doppelgemeinde säumen, umgeben von Weinbergen und Obstgärten, eine halbinselförmige Landzunge, die Johann August Klein in seinem bekannten Moselführer von 1831 als die schönste vom Rheine bis hierhin beschrieben hat. Der Weinort ist unmittelbar über die Bundesstraße 49 zu erreichen. Die Gemeinde hat 969 Einwohner. Die Gemarkung erstreckt sich zu beiden Seiten der Mosel und umfasst 737 ha, davon rd. 170 ha Weinberge.

Geschichte

Die Orts- und Flurnamen sowie archäologische Funde zeugen von keltischen, römischen und fränkischen Siedlungsspuren. In einer Urkunde Kaiser Ludwig des Frommen aus dem Jahr 814 wird erstmals ein fränkischer Königshof (fiscus) in Elendesam erwähnt. Die älteste urkundliche Erwähnung Poltersdorfs stammt von 1178. Beide Dörfer bildeten seit ihren Anfängen eine gemeinsame Gemeinde und standen bis 1309 als Reichsvogtei unter unmittelbarer kaiserlicher Hoheit. In diesem Jahr überließ Kaiser Heinrich VII. dem Edelherren Johann von Braunshorn die Hoch- und Niedergerichtsbarkeit in Ellenz-Poltersdorf und gestattete ihm zu Füßen seiner Burg die Stadt Beilstein zu gründen. 1363 kamen Gericht und Gemeinde Ellenz-Poltersdorf an das Kurfürstentum Trier. Das 1337 erstmals erwähnte Rathaus, das Schöffensiegel von 1363 und das Schöffenweistum von 1461 künden vom Selbstbewusstsein der Bürger, die ihren Gerichtsvogt lange Zeit selbst bestimmen durften. Die Gemeinde betrieb die Fähre nach Beilstein und verfügte über Schule und Hospital. Gemäß dem Feuerbuch von 1563 war Ellenz-Poltersdorf nach der Stadt Cochem die größte Gemeinde im kurtrierischen Amt Cochem. Bis 1800 gab es in der Gemarkung eine Vielzahl adliger und geistlicher Grundherrschaften. Zu nennen sind die Höfe der Kurfürsten von Trier, der Grafen von Are-Hochstaden (bis 1246), der Grafen von Isenburg (bis 1665), der Grafen von Metternich-Winneburg-Beilstein, der Herren von Monreal (1624) und vor allem der Burghof der Herren von Warsberg, die um 1480 das örtliche Adelsgeschlecht der Junker von Ellenz beerbten. Kirchliche Grundbesitzer waren das Trierer Domkapitel, die Prämonstratenserabtei Steinfeld, die Benediktinerabtei Siegburg, die adligen Nonnenstifte Stuben und Engelport, die Johanniterkomturei Adenau sowie das Stift St. Paulin in Trier.

Kirchliches

Die katholische Pfarrei St. Martin wird betreut von Norbert Reichel. Seit einem Pestgelübde von 1624 besteht die kirchliche Bruderschaft des hl. Sebastianus. Die evangelischen Christen in Ellenz-Poltersdorf gehören zur Evangelischen Kirchengemeinde Cochem.

Wirtschaftsstruktur

Ellenz-Poltersdorf ist eine Weinbaugemeinde mit ausgeprägtem Tourismus und zahlreichen Wein- und Gastronomiebetrieben. Viele Bürger arbeiten außerhalb der Gemeinde in Industrie, Handel und Verwaltung. Vor Ort befinden sich eine Grundschule und ein Kindergarten, das Rathaus mit Bürgersaal im Ortsteil Ellenz und das Bürgerhaus in Poltersdorf.

Vereinsleben

Zahlreiche Vereine sorgen für ein reges Vereinsleben. Mit einem breiten Angebotsspektrum bieten sie den Bürgern eine Stätte der Begegnung, des Kennenlernens und der Geselligkeit. Das Angebot für Jung und Alt umfasst die Bereiche Gesang, Musik, Feuerwehr, Heimat und Tourismus, Soziales, Fußball, Badminton, Tischtennis, Gymnastik und Laufen, Karneval und Laienspiel.

Freizeitangebot

Die Gemeinde verfügt über ein beheiztes Freibad, eine Rasensportanlage, eine Schulturnhalle, mehrere Kinderspielplätze und ein gut ausgebautes Rad- und Wanderwegenetz, einschließlich Weinlehrpfad und Weinkulturtreff.

Sehenswürdigkeiten

Zahlreiche herrschaftliche Höfe und Winzerhäuser von der Spätgotik bis zum Klassizismus sind Zeugen der langen Weinbautradition. Besonders zu erwähnen sind die um 1200 oberhalb des Dorfes errichtete ehemalige Pfarrkirche St. Martin, der spätmittelalterliche  Glockenturm von St. Andreas mit dem ehemaligen Adenauer Hof in Poltersdorf sowie das Rathaus von 1541, das Warsberger Burghaus (um 1480) und die St. Sebastianuskapelle (1624) in Ellenz.

An Kunst- und Kirchenschätzen sind zu nennen: ein Tafelbild aus der Künstlerwerkstatt des Giovanni Bellini (um 1490), eine in Erfurt gefertigte silberne Turmmonstranz (1585) und der romanische Taufstein (um 1200) in der neugotischen Pfarrkirche sowie zwei Renaissancereliefs aus dem Umkreis bzw. der Nachfolge des bekannten Trierer Bildhauers Hans Ruprecht Hoffmann (um 1590) in der alten Kirche.

Jährliche Feste

Fastnacht-Samstag Prunksitzung, Sonntag Kinderkarneval, Rosenmontagszug, Maifest 30.04./01.05., Backesfest Ellenz Christi Himmelfahrt, Pfingstfest Pfingstsamstag/-Sonntag, Happy-Mosel (autofreier Sonntag) eine Woche nach Pfingsten, Lindenfest Poltersdorf letztes Wochenende Juni, Weinfest Poltersdorf letztes Wochenende Juli, Weinfest Ellenz 1. Wochenende August, Pfarrfest letztes Wochenende im August, Backesfest Poltersdorf 1. Wochenende im September, Kirmes Ellenz 2. Wochenende September, Straßenweinfest Ellenz vorletztes Wochenende September, Straßenweinfest Poltersdorf letztes Wochenende September, Prinzenproklamation am Freitag nach dem 11.11.

Wappen

Gespaltener Schild von Gold und Silber. Rechts in gold ein halber, rotbewehrter schwarzer Adler am Spalt. Links in Silber ein gespaltenes, rotes Balkenkreuz. Das Wappen ist identisch mit dem seit 1363 nachweisbaren Siegel der Schöffen des Hochgerichts Ellenz und Poltersdorf, das die Umschrift S(IGILLVM). UNIVERSITATIS. DE. ELLENZE trug. Damals wie heute weisen der Reichsadler auf die frühere Reichsunmittelbarkeit und das kurtrierische Kreuz auf die kurtrierische Landesherrschaft hin. Wappenentwurf Decku, St. Wendel.

Weitere Daten

Umfangreiche aktuelle statistische Daten zu der Ortsgemeinde Ellenz-Poltersdorf finden Sie auf der entsprechenden Internetseite des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz und unter ewois.de.